Dörfer erhalten keine neuen Baugebiete
Geschrieben von Ralf Heußinger, Leine-Zeitung   
Dienstag, 9. Februar 2010

Seelze. Lückenschluss statt neuer Baugebiete: Die Stadtverwaltung will darauf verzichten, neue Siedlungen auszuweisen. Das ist das Ergebnis des im November ausgerichteten Ratsforums zum Thema, das jetzt vorgelegt wurde. Politik und Verwaltung hatten sich von Experten über die Chancen und Risiken der Baulandentwicklung informieren lassen.

Für neue Wohnungen und Häuser sollen demnach die vorhandenen Flächen innerhalb der Orte genutzt werden, wie dies gerade in Harenberg und Letter geschieht. Im größten Stadtteil wurde eine Kleingartensiedlung an der Porschestraße in Wohnland umgewandelt. Einige Häuser sind dort im Bau. In Harenberg entstehen auf der Fläche eines ehemaligen Bauernhofs Wohnungen. Die Vermarktung verläuft schleppender als gedacht, in beiden Orten sind noch Grundstücke verfügbar.

Auch den Bevölkerungsrückgang zieht die Stadtverwaltung in Betracht: „Im Hinblick auf die sich abzeichnende demografische Entwicklung lassen sich grundsätzlich keine größeren Baugebiete mehr außerhalb der bestehenden Siedlungsflächen rechtfertigen“, heißt es im Beschlusspapier.

Die CDU betrachtet den Vorschlag mit Skepsis. Vor allem der Vorsitzende des Bauausschusses, Helmut Roselt, hatte in der Vergangenheit darauf gedrungen, mit neuen Baugebieten offensiv Neubürger anzuwerben. „Man muss mehr Ideen entwickeln“, fordert er weiterhin. Er will mit den Ortsbürgermeistern über das Thema sprechen.

SPD und Grüne unterstützen den Vorschlag der Verwaltung. „Wir haben Seelze-Süd, und wir können Baulücken schließen“, sagt Martina Oellig (SPD). Evelyn Werner (Grüne) gibt zu bedenken: „Es ist ja nicht so, dass die Menschen sich um die Grundstücke reißen.“ Ergänzungen seien ausreichend.