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Seelze. Die Stadt Seelze will ihre Kredite effektiver verwalten. Bis 2019 könnten dadurch bis zu 1,9 Millionen Euro Zinsen gespart werden.
Insgesamt hatte die Stadt Ende 2009 rund 108 Millionen Euro an Verbindlichkeiten, aufgeteilt auf eine Vielzahl kleiner Krediten. Das Dickicht der einzelnen Verträge ist unübersichtlich, Fälligkeiten, Laufzeiten und Zinssätze sind sehr unterschiedlich. Allein die 33 Millionen Euro Investitionskredite verteilen sich auf 27 einzelne Darlehen. „Das ist unübersichtlich und damit schlecht steuerbar“, urteilte der von der Stadt beauftragte Finanzexperte Michael Venbert von der Berliner Firma Makrofinance.
Vom historisch niedrigen Zinsniveau profitiert die Stadtkasse zudem kaum. Bei 4,04 Prozent liegt der Durchschnittszins der städtischen Kredite. Üblich sind derzeit laut Venbert 0,4 bis 3,5 Prozent. Im Jahr 2010 zahlt die Stadt voraussichtlich 4,4 Millionen Euro Zinsen – die 1,2 Millionen Euro Zinsen für Seelze-Süd kommen noch dazu.
Im Finanzausschuss präsentierte Venbert ein kompliziertes Modell, um den Schuldenberg umzuschichten. Unter anderem sollen einzelne Kredite vorzeitig abgelöst und umgeschuldet werden. Setzt die Stadt das Modell um, könnte sie inflationsbereinigt in den nächsten zehn Jahren bis zu 1,9 Millionen Euro Zinsen sparen. Tritt der – unwahrscheinliche – Fall ein, dass die Zinsen auf dem niedrigen Niveau bleiben, dann würde die Stadt durch die Umschichtungen allerdings rund 170.000 Euro mehr bezahlen müssen.
CDU und SPD lobten im Ausschuss den Plan, die Schulden zu ordnen, als vorbildlich. Die Grünen kritisierten, dass sich die Verwaltung externe Hilfe holte. Eigentlich müsse dieser Sachverstand im Rathaus vorhanden sein. Wenn nicht, müssten Personalentscheidungen getroffen werden. |