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Seit acht Jahren arbeitet der Musiker Greg Perrineau mit Jugendlichen in sozialen Brennpunkten
In Hainholz gibt Greg Perrineau alias Big G Trommelunterricht. Wallenwein
Hannover. Die geradezu magische Anziehungskraft, die er auf Kinder ausübt, quittiert Greg Perrineau mit einem breiten Grinsen. „Ich weiß auch nicht. Das war schon immer so. Da können irgendwo zehn Kinder stehen und zehn Erwachsene. Die Kinder sind immer bei mir“, sagt der breitschultrige Engländer und lächelt liebenswürdig.
Doch auch wenn der Musiker mit seinen Bandworkshops als Identifikationsfigur für die Jugendlichen in sozialen Brennpunkten wie Hainholz kaum noch wegzudenken ist und auch seine Schwester, die in London als Lehrerin arbeitet, ihm bereits mit Anfang 20 empfahl, mit Kindern zu arbeiten, Perrineaus Weg war zunächst ein ganz anderer.
Mit sechs Jahren kam der Gründer und Leadsänger der Siebziger-Jahre-Band „Eruption“ als drittältester von acht Geschwistern aus der Karibik nach London. Den Höhepunkt seiner Karriere feierte Big G., wie er aufgrund seiner beeindruckenden Erscheinung von fast allen genannt wird, 1978. Damals coverte seine Band den Hit „I can't stand the rain“, der im Original von der amerikanischen Soulsängerin Ann Peebles stammt, und später durch eine Coverversion von Tina Turner weltbekannt wurde.
In Deutschland dann ereilte „Eruption“ das gleiche Schicksal wie viele Bands, die nicht dauerhaft erfolgreich sind. „Unser Tourbus war kaputt, wir hatten null Kohle“, erzählt Big G. Nach einigen Monaten in Offenbach, wo die Musiker Produzent Frank Farian über den Weg liefen und in Folge als Vorband von Boney M. auftreten durften, führte Big G.'s Weg nach Hannover. „Mir glaubt das immer keiner, aber ich habe meinen festen Wohnsitz seit 1980 im Heideviertel“, sagt Perrineau und lacht sein sympathisch-dröhnendes Lachen.
Mit dem Musikmachen hat der 55-Jährige nie aufgehört. „Das könnte ich gar nicht. Das ist mein Leben“, sagt der Mann, der das Schlagzeug ebenso beherrscht wie die Gitarre, das Keyboard und den Gesang. Vor acht Jahren nun ist es Big G. gelungen, seine Leidenschaft für Musik und sein Händchen für die junge Generation zusammenzubringen. Seit 2002 arbeitet Perrineau mit Kindern und Jugendlichen in sozialen Brennpunkten, er trommelt mit ihnen, singt und komponiert. „Es geht mir nicht um Perfektion, sondern um Rhythmus und ein gutes Lebensgefühl“, sagt er. Unter anderem engagiert sich der Musiker für das Integrationsprojekt „Musik in Hainholz“. Aber auch in Schulen und Kindergärten ist er Stammgast. „Die Nachfrage ist enorm“, sagt Perrineau.
Trotzdem möchte er nun sein eigenes Projekt starten. Big G. will einen rund 20-köpfigen Jugend-Gospel-Chor gründen, der Soulsongs, Funk und Reggae singt. Das Casting dazu findet am Donnerstag, 25. Februar, von 17 bis 19 Uhr in den Räumen der Werkstatt Süd in der Kleefelder Hölderlinstraße statt. Gesucht werden Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahren, mit in der Jury sitzen unter anderem Scorpions-Sänger Klaus Meine und Mr. President alias Delroy Rennalls. „Ich will keine falschen Illusionen wecken“, sagt Big G. in Anspielung auf die im Fernsehen laufenden Castingshows, „natürlich sollten die Bewerber einen Ton halten können. Doch am meisten erwarte ich Leidenschaft und Begeisterungsfähigkeit.“ In puncto Disziplin gibt sich Big G. allerdings streng. „Pünktlichkeit und regelmäßiges Erscheinen zu den Proben sind eine Selbstverständlichkeit“, sagt er und macht damit deutlich, das auch dieses Projekt für ihn mehr ist als nur ein musikalisches.
„Die Kids sollen spüren, dass es etwas gibt in ihrem Leben, für das es sich lohnt, sich anzustrengen“, sagt Perrineau mit ernster Miene und es ist deutlich: Diese Botschaft ist ihm vielleicht die wichtigste.
Wer Kontakt zu Greg Perrineau aufnehmen möchte, kann seine Managerin Ilka Schwerdtfeger unter der Rufnummer (01 71) 4 72 77 33 anrufen. Weitere Infos gibt es außerdem per E-Mail unter
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. Die Initiatoren des Jugendgospelchors, die bisher lediglich eine Anschubfinanzierung von dem Marktforschungsunternehmen „whiteboxx“ aus Hannover erhalten haben, suchen noch Sponsoren.
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