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Die SPD Frauengruppe Lohnde und interessierte Bürger waren in der Königlichen Kristall-Therme Seelze. Hier ist der Bericht!

 
 
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BAD: Thermenchefin entlassen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Jutta Abromeit, MAZ   
Freitag, 5. Februar 2010

Geschäftsführer kündigt Wachenhausen / Neue Bewerber sollen Schlange stehen

Ludwigsfelde. Dass Jeanette Wachenhausen, der Betriebsleiterin der Ludwigsfelder Saunatherme, gekündigt wurde, das verbreitet sich wie ein Lauffeuer in der Stadt. Ebenso machen Gerüchte zu den Gründen die Runde. Sie reichen von „Unregelmäßigkeiten entdeckt“ über „ihr Vater, der Stadtverordnete Krause, hatte gegen den Bad-Verkauf gestimmt“ bis zu „Frau Wachenhausen hat ein Gegenangebot zum Verkauf gemacht“. Wie berichtet stimmten die Stadtverordneten vorige Woche nichtöffentlich über Verkauf oder Nichtverkauf des Bades ab. Eine Mehrheit will verkaufen.

Die MAZ fragte die Betroffenen. Bad-Betreiber ist Heinz Steinhart von der Kristallbäder AG. Er ist auch Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Schwimm- und Gesundheitscenter Ludwigsfelde GmbH (SGCL) und hält sich derzeit in Ludwigsfelde auf. Die Kündigung bestätigt er: „Frau Wachenhausen ist mit sofortiger Wirkung freigestellt und zum 28. Februar ordnungsgemäß und mit Abfindung gekündigt“. Und er erklärt: „Ich bin Geschäftsführer und mache das kommissarisch. Die Welt hier ist so lange in Ordnung, so lange ich hier bin.“ Die Welt, die er meint, ist die Saunatherme an der Fichtestraße mit derzeit 110 Angestellten in den Bereichen Restaurant, Massage und Bad. Neun Angestellte hatte die SGCL Ende 2005 von der städtischen Schwimmhalle übernommen.

Zu den Entlassungsgründen sagt Steinhart: „Auf Gerüchte geben wir nichts. Aber es ist ein offenes Geheimnis, dass ihr Vater die Stadtverordneten gegen den Bad-Verkauf aufhetzen wollte. Aber wir haben in Deutschland keine Sippenhaft mehr.“ Nachdem er erklärt, dass sich „ohne irgendeine öffentliche Information“ zu der freien Betriebsleiterstelle „schon mehr als 30 Interessenten gemeldet haben“ und er bereits erste Vorstellungsgespräche führe, sagt er auch: „Wir sind sehr wählerisch und wollen nach dem Grundsatz unseres Hauses verfahren Loyalität geht über Genialität. Die Genialität von Frau Wachenhausen hat nie jemand bezweifelt.“ Doch zum Vorwurf macht er der Ludwigsfelderin: „Sie hat hinter meinem Rücken ihren Vater vom 12. April 2007 bis 31. März 2008 eingestellt zum Strandkörbe reparieren“. Das habe er sofort, als davon erfuhr, rückgängig gemacht. Für Montagabend kündigt er eine Betriebsversammlung an.

Jeanette Wachenhausen erklärt: „Mein Vater wurde von mir nicht eingestellt, er hat stundenweise geholfen, als die Angestellten die Arbeit nicht mehr geschafft haben, das war im Interesse des Betriebes – was ist daran verkehrt?“ Die Arbeit mit den Angestellten habe sie begeistert, „ich habe sehr, sehr großen Respekt vor jedem Mitarbeiter, und ich habe sehr gern für die Therme gearbeitet“. Dass diese Zeit vorbei ist, tue ihr sehr leid. Ob sie arbeitsrechtlich gegen die Kündigung vorgeht, das wisse sie noch nicht, „das ist alles noch zu frisch“.

Der Parteilose Reinhold Krause, seit der jüngsten Kommunalwahl Stadtverordneter (Fraktion Linke/Filu) in Ludwigsfelde und Vorsitzender des Bauausschusses, sagt: „Für meine Tochter tut’s mir sehr leid. Aber ansonsten kann ich nur sagen: Ich hatte keinen Arbeitsvertrag. Ich habe bei Überlastung der Angestellten geholfen, ich war geringfügig beschäftigt.“

Kommentar von Jutta Abromeit: Es bleiben Fragen

Ein Schelm, wer bei der Entlassung der Betriebsleiterin von der Ludwigsfelder Therme Arges denkt. Natürlich gibt es in Deutschland keine Sippenhaft. Das sagt Geschäftsführer Heinz Steinhart selbst im MAZ-Gespräch. Doch er sagt auch, dass der Vater der Betriebsleiterin im Bad angestellt gewesen sei. Das ist mittlerweile knappe zwei Jahre her. Ist das wirklich der Grund – warum wird die Thermenchefin ausgerechnet am Tag nach der Abstimmung über den Badverkauf entlassen, bei der ihr Vater gegen den Verkauf votierte? Den Vorwurf, dass dieser Mann „die Stadtverordneten gegen den Verkauf aufhetzen wollte“, den erhebt Steinhart ganz öffentlich, wie nebenstehend zu lesen. Es bleiben Fragen.

 
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